Zur Diskrepanz
zwischen Theorie
und Praxis
in der Medizin.

Dem eigenen Erkennen
und Verstehen
ebenso recht geben können.

Jede Krankengeschichte unterscheidet sich, keine ist gleich wie die andere. Übereinstimmende Symptome verleiten uns zur Annahme, es liege eine gleichlautende Geschichte vor, und es lasse sich eine allgemeingültige Therapie wiederholen. Da diese Annahme für die Symptome korrekt und für die Krankengeschichte falsch ist, beziehen sich Therapien stets auf Symptome und nicht auf eine Diagnose der Krankheit und auf den Patienten.

Wenn wir lange genug darüber nachdenken, und wenn wir unsere Praxis dahingehend ausrichten und nicht einfach eingetretenen Pfaden folgen, dann kommen wir zu einer anderen Wissenschaft. Das für die Stiftung Paracelsus heute massgebende Andere liegt darin, dass wir nicht auf die Krankheit schauen, sondern auf den Zustand des Patienten, und wie er insgesamt funktioniert. Etwas einfacher gesagt, auf sein Gesundungsfähigkeit, und wie sie zu stärken ist. Es geht um den Willen zu leben, um die Widerstandskräfte von Körper und Geist, die den Fährnissen entgegen halten. Wie einem geschickten Steuermann, der nicht direkt auf den Anlegeort zuhält, sondern vor oder nachhält – je nach der Strömung und Windverhältnissen – geht es dem verstehenden Arzt darum, nicht auf die Symptome zu reagieren, sondern auf Zustand und Kondition des Patienten, die sich hinter den Leidenszeichen und Symptomen verbergen und signalisieren, wohin zu steuern ist.

Pathogene (krankmachende) und salutogene (gesundmachende) Prozesse sind in einem sensiblen, kaum erforschten Wechselspiel. Unsere Vision ist es, das natürliche Wechselwirken von Krankheit und Gesundheit immer tiefer zu durchdringen und besser zu verstehen. Die daraus gewonnenen neuen Begriffe, Therapien und Medizin sollen die einseitige, ineffizient gewordene Beschränkung auf die Bekämpfung von Pathologien (Krankheitsäusserungen) überwinden.